Seit ich mich erinnern kann, ist Tanz ein zentraler Teil meines Lebens. Aufgewachsen in Husum habe ich schon früh Ballett getanzt. Irgendwann hörte ich zum ersten Mal von der Erika Klütz Schule – durch meine Ballettlehrerin sowie eine Mitschülerin, die nach Hamburg gezogen war, um dort die Ausbildung zu absolvieren. Von da an blieb diese Idee immer in meinem Hinterkopf.
Abitur, ein Lehrerwechsel an meiner Tanzschule – und plötzlich hatte ich mich vom Tanz distanziert. Die Idee, die Ausbildung an der Klütz zu machen, hatte mich jedoch nie ganz losgelassen. Und als ich dann endlich dort ankam, öffnete mir die Schule eine Welt, von der ich nicht wusste, dass sie existiert. Die vielfältige Auseinandersetzung mit Tanz – pädagogisch, künstlerisch und musikalisch – hat mir gezeigt, wie viele Facetten er hat, und mich gelehrt, meine künstlerische Stimme ernst zu nehmen.
Schon im ersten Jahr merkte ich: Ich möchte Tanz selbst kreieren, den tanzenden Bildern, die ich täglich im Kopf habe, Ausdruck verleihen. Die Ausbildung hat mir gezeigt, was ich wirklich will, und die Tanzpädagogik hat dabei nicht nur meinen Blick auf den Tanz erweitert, sondern auch mein Arbeiten als Choreografin geprägt.
Was mir die Klütz darüber hinaus gegeben hat, sind tiefe Freundschaften mit Gleichgesinnten, die sich weit über den Tanz hinaus entwickelt haben und mir bis heute Halt geben.
Nach der Ausbildung wollte ich dranbleiben. Ein Satz von Suse Tietjen ist mir dabei immer geblieben: einfach machen. Also habe ich angefangen, kleine freie Projekte umzusetzen und viel auszuprobieren. Dann wurde durch die Schule die Plattform Exit Like an Animal [ELAN] ins Leben gerufen – eine Möglichkeit für Nachwuchskünstler:innen, ein Stück für die Bühne zu entwickeln und dieses öffentlich zu präsentieren. Eine aufregende und bereichernde Erfahrung: zwei intensive Wochen, in denen ich mit Tänzer:innen aus ganz unterschiedlichen Ausbildungssituationen zusammengearbeitet habe und als Choreografin noch einmal neu denken lernen durfte.
Nach ELAN stellte sich die Frage, wie ich kontinuierlich weitermachen kann, ohne auf eine anstehende Produktion angewiesen zu sein. Die Antwort war Common Ground: ein interdisziplinäres Kollektiv mit Tanz als Herzstück, in dem künstlerische Recherche im Mittelpunkt steht. Andere Kunstformen sind ausdrücklich erwünscht, denn genau dort entsteht etwas, das vorher noch gar nicht denkbar war. Diese Arbeit möchten wir zukünftig auch nach außen tragen – und alle, die neugierig sind, sind herzlich willkommen mitzuwirken.
Dass die Erika Klütz Schule Common Ground fördert und mir ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, bedeutet mir unglaublich viel. Mein Startpunkt war die Erika Klütz Schule, und unsere Wege kreuzen sich immer wieder. Dafür bin ich dankbar und freue mich auf alles, was noch kommt!
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Fotografie: Bastian Funk